Wissen spricht,
aber Weisheit hört zu.
(Jimi Hendrix)

Fakten & Hintergründe

Zunehmend mehr wissenschaftliche Erkenntnisse aus Soziologie, Psychologie und Neurobiologie zeigen auf, wie wir in unsicheren Zeiten ins Handeln kommen und woher wir die dafür erforderliche Sicherheit nehmen.

Dabei zeigt sich, dass Ressourcen, wie Intuition, Körper, Gespür, die wir in Zeiten der Stabilität wenig genutzt haben, zu wertvollen, ja notwendigen Begleitern werden. Wesentliche Voraussetzung ist, dass sie nicht mit unserer rationalen Seite „im Streit sind“, sondern dass die beiden Teile menschlicher Intelligenz miteinander kooperieren.

Eine Prämisse unserer kognitiv orientierten Gesellschaft lautet: „Erst Denken, dann handeln“. Dies gilt jedoch in Situationen der Ungewissheit – und damit geht Transformation nun einmal zwangsläufig einher – nicht. Stattdessen ist erfolgversprechendes Handeln mit dem Denken verzahnt, man „denkt quasi im Handeln“. Lernen erfolgt dabei im Prozess des Handelns selbst. (https://t2informatik.de/blog/was-wir-von-raumschiff-enterprise-lernen-koennen/)

Das sind Ergebnisse der Forschungen des Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung (ISF München, Prof. Fritz Böhle et alii), dessen soziologisches Handlungsmodell auch die wissenschaftliche Grundlage für die Methode der Reflektierten Körperarbeit bildet.

Es gibt verschiedene Ansätze zum Handeln in Ungewissheit, die Reflektierte Körperarbeit ist eine davon. Gemeinsam mit dem ISF habe ich gängige Methoden im Rahmen einer Studie zu Projektmanagement analysiert und verglichen (https://www.gpm-ipma.de/wissen/studien/umgang-mit-ungewissheit-in-projekten). In allen Ansätzen spielt das Erarbeiten einer gefühlten Sicherheit eine wesentliche Rolle. Ebenso relevant ist die Förderung eines spürenden, inneren Kompasses. Handeln in Ungewissheit erfordert die Intelligenz des Körpers und der spürenden, oft unbewussten Intelligenz, und zwar in enger Kooperation mit Verstand und Bewusstheit statt im Gegeneinander.

Im Rahmen einer Masterarbeit der Sporthochschule Köln wurde untersucht und belegt, dass zum Handeln erforderliche, gefühlte Sicherheit tatsächlich im Körper verankert werden kann. In der Reflektierten Körperarbeit wird hierzu neben systemischen Techniken vor allem das Prinzip der Stehenden Säule aus dem Taichiquan genutzt. (Bedrohte Handlungsfähigkeit in Ungewissheit: Inwieweit eine neue Form der Sicherheit Handeln und Entscheiden erleichtert).

Ein entscheidender Aspekt beim spürenden und eben intuitiven Handeln in Ungewissheit ist ein konstruktiver Umgang mit dem eigenen unbewussten Handeln und Entscheiden, in denen sich notwendige Kompetenzen verbergen. Kahnemann beleuchtet in seinen Büchern die Risiken unseres Unterbewussten und unserer Intuition, oft auch als Biasse bezeichnet. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, die eigenen, oft unbewussten Handlungsmuster zu (er)kennen und sich mit den Erkenntnissen der Unbewusstheitsforschung zu beschäftigen, um die Kompetenz unseres Unbewusstseins zu beleben statt sie nur als als Risiko zu managen.

Ebenfalls aus der Unbewusstheitsforschung können wir schließen, dass ein gutes Gespür für den eigenen Körper sowie eine Bewusstheit für die eigene Endlichkeit die Offenheit für notwendige Veränderungen fördern und angemessenes Handeln erlauben, indem sie ein verkörpertes Sicherheitsgefühl aufbauen und unbewusste Ängste vor Vergänglichkeit reduzieren. Solche Ängste führen laut Studien zu einer Art konservativem Festhalten am Alten, in transformativen Zeiten ist dies nicht förderlich.

Fundamente meines Ansatzes

Reflektierte Körperarbeit nutzt wissenschaftliche Erkenntnisse der Sozialforschung, der Neurobiologie und der systemischen Lehre. Diese kombiniert sie mit Jahrtausende alten Erkenntnissen und Erfahrungen fernöstlicher Kultur (Taijiquan).
Ein wesentlicher wissenschaftlicher Eckpfeiler ist das Handlungsmodell des ISF München (Fritz Böhle et alii), anhand dessen die notwendigen Kompetenzen und Voraussetzungen für Ungewissheitshandeln verdeutlicht werden. Die für das Handeln erforderliche Sicherheit leitet sich aus den Ansätzen der Bewegungs- und Kampfkünste (Martial Arts) als sog. Innere Stabilität ab.

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