Nichts ist so gewiss wie die Ungewissheit
Nach einer langen Periode gefühlter Stabilität leben wir heute im Zeitalter einer Transformation. Wen wundert es da, dass unsere Kompetenzen, die uns zum angemessenen Handeln befähigen, Lücken aufweisen und nicht mehr „zeitgemäß sind“.
Die gute Nachricht: Die dafür notwendige sog. Innere Stabilität und die darauf basierenden, Kompetenzen zum Handeln sind erlern- und trainierbar, wir müssen nur damit anfangen!

Viele Jahre haben wir uns im Wesentlichen auf kognitive Kompetenzen verlassen und so gelebt, als ob der weise Satz von Heraklit „Alles ist im Wandel“ nicht gilt. Planung und damit Vorhersehbarkeit waren unsere Prämissen und ja, wir sind gut darin zu planen, zumindest dann, wenn die Welt eben stabil ist.
Wir haben viel dazu beigetragen, die Welt auch stabil zu halten, und gleichzeitig zeigt sich seit einigen Jahren sehr deutlich, dass Heraklit gar nicht so falsch lag.
Die gegenwärtige Transformation gehen wir mit dem Glaubenssatz an: „Wenn etwas geholfen hat, muss doch mehr vom selben noch mehr helfen.“ Nur gilt das eben nicht in Zeiten mit großer Veränderung und den damit verbundenen Krisen. Da gilt eher: „Wenn mehr vom selben schon nicht geholfen hat, hilft noch mehr erst recht nicht“.
Die gefühlte Instabilität unserer Zeit macht uns natürlich unsicher. Dies erschwert unsere aktuelle Situation, denn gefühlte Sicherheit ist Voraussetzung für Handeln - das ist inzwischen sozialwissenschaftlich und psychologisch verifiziert. Diese notwendige, gefühlte Sicherheit aber kann in einer Zeit der Transformation eben schwerlich wie bisher in einer stabilen, gut planbaren Umgebung gesucht werden. Das „Außen“ wirkt auf uns eher bedrohlich als unterstützend.
Stattdessen bietet es sich an, gefühlte Sicherheit im „Innen“, also in uns selbst zu suchen, diese Kompetenz nenne ich Innere Stabilität. Diese innere Stabilität ist gerade in Zeiten von Wandel eine Art innerer Kompas, am besten beschreibt man sie mit „Selbstbewusstsein“ im Sinne des Wortes, also sich seiner selbst mit allen Kompetenzen, Erfahrungen aber eben auch Defiziten und Schatten bewusst sein.
Innere Stabilität ist eine Stabilität in Flexibilität, durch meist kleine Anpassungen steht man stabil im Hier und Jetzt, ist gut geerdet und im Kontakt mit der sich ändernden Umgebung. Innere Stabilität unterscheidet sich von der aktuell häufig zu beobachtenden scheinbaren Stabilität durch konservatives Festhalten am Alten. Das Festhalten wird mit der Dauer immer anstrengender, es führt zu Erstarrung, und birgt so das Risiko, beim kleinsten Schubs von außen zu fallen.
Basierend auf Innerer Stabilität können wir den Wandel akzeptieren, Kompetenzen zum Handeln in Transformation aufbauen und den Wandel mitgestalten.

Meine systemische Grundhaltung
Als Menschen in einer sich ständig wandelnden Umwelt verfügen wir über die notwendigen Ressourcen, Veränderungen zu bestehen und Krisen zu bewältigen und daran sogar wachsen. Nicht alle dafür notwendigen Ressourcen haben wir im Zugriff, sie können jedoch mit Hilfe geeigneter Methoden (re-)aktiviert werden.
